Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin / ベルリン森鷗外記念館・ベアーテ・ヴォンデ

Originalmanuskript von „Maihime“ (Das Ballettmädchen) hat Besitzer gewechselt

5.6 MAIHIME This picture took Ms. Morimoto On Apr. 28th at Atomi college 2015

Foto: MOG Bunkyo-ku

Das Originalmanuskript von Ôgais Berliner Novelle „Das Ballettmädchen“ (1890) befand sich lange Zeit im Privatbesitz der Familie des früheren Herausgebers der Asahi-Zeitung, Herrn UENO Seiichi (1882-1970). Dieser hatte es im Jahre 1933 zufällig in einem Antiquariat gefunden und diesen Schatz zunächst für sich behalten.
1960 hat er 300 Replika davon anfertigen lassen und verkauft. In der MOG Berlin befindet sich eine Kopie von Replika Nr. 3, die uns 1984 bei Gründung der Gedenkstätte von der Ôgai-Gesellschaft Tokio überreicht wurde. Der Titel des Originals und der Replika-Ausgabe sind unterschiedlich, durch das Kopierverfahren auch die Abfolge des Textes.
1994 vertraute die Familie Ueno das Manuskript einem Antiquar in Kyoto an, der es im März 2015 in einer Ausstellung präsentierte.
Wie die japanische Asahi-Zeitung am 28. April 2015 vermeldete, hat die private Universität Atomi-gakuen, deren Vorstandsvorsitzender Prof. YAMAZAKI Kazuhide gleichzeitig Präsident der Ôgai-Gesellschaft ist, das Manuskript für 46.440.000 Yen, umgerechnet etwa 345.238,00 Euro angekauft. (Der Kaufpreis entspricht in etwa dem Stiftungskapital der Stiftung Mori-Ôgai-Gedenkfonds, einer Förderstiftung mit geringen Erträgen/Zinsen zur Unterstützung der Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin.)
Gegen Ende des Jahres soll das Originalmanuskript in der 2012 eröffneten Mori-Ôgai-Gedenkstätte des Stadtbezirkes Bunkyô in Tokio ausgestellt werden.
Die Asahi-Zeitung vom 28.4.2015 beschreibt es als Neuentdeckung, dass Ôgai das Alter der Heroine „Elis“ von 20 auf 16-17 Jahre geändert hat. Das findet man allerdings bereits seit 1972 in der Ôgai-Gesamtausausgabe Band 38, S. 665 erläutert.
„Das Ballettmädchen“ ist Pflichtliteratur an japanischen Oberschulen und auf deutsch in der Übersetzung von Jürgen Berndt beim bebra-Verlag erhältlich.

8. Mai 2015 Beate Wonde

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