Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin / ベルリン森鷗外記念館・ベアーテ・ヴォンデ

Suzuka 19.11.2017: 墨と人と文学

Vortrag am 19. November 2017 in Suzuka (Präfektur Mie) in Vorbereitung einer Ausstellung mit Tuschsteinen aus der dortigen Manufaktur.

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Am 17.11. bin ich in Nagoya eingetroffen, wo meine einladende Professorin vom Studienaufenthalt 2010, die Gender-Medizinhistorikerin Mariko Ogawa mich am Bahnhof erwartete und mit Obento bis Suzuka begleitete.
Suzuka ist eigentlich für die Formel-1-Rennen berühmt. Gleich am Bahnhof begrüßten mich Unterschrift und Handabdruck von Herrn Vettel.
Frau Tsuchiya, eine der Frauen des Organisationskomitees der Veranstaltung und der geplanten Ausstellung zur lebendigen Tradition der Tuschherstellung in Suzuka, brachte mich ins Green Hotel und dann zum Antrittsbesuch bei der Bürgermeisterin von Suzuka, Frau Suematsu.
Sie war dem Projekt gegenüber sehr aufgeschlossen. Und wie sich herausstellte, ist sie auch Kalligraphin und hat ein Faible für Straßendeckel-Design. Ein Straßendeckel aus Suzuka ist unlängst als einer der 10 schönsten in Japan gekürt worden. Daraufhin hat sie dafür gesorgt, dass er als Design auf die hiesigen Getränkebüchsen kommt.
Am Abend gab es dann im Hotel ein geselliges Essen mit den Hauptpersonen des ehrenamtlichen Organisationsteams der von ihnen erdachten Veranstaltung. Sie soll zwei Stunden dauern und ist eine Mischung aus Literatur und Tuschtradition. Würde man heute noch Literatur mit dem Pinsel schreiben, wäre der Mix gar nicht so ungewöhnlich. Als Überraschung soll es morgen am Ende der Veranstaltung Tusche-Grüntee geben, zelebriert vom Direktor der Tusche-Manufaktur, Herrn Itô, dem „schwarzen Mann“, der mich so fasziniert hat mit seiner Kunst, dass ich diese unbdingt in Deutschland vorstellen wollte. Hoffentlich kommen wir mit der morgigen Veranstaltung diesem Ziel ein Stück näher. Bislang wird ihm viel Sympathie entgegen gebracht. Dei Bürgermeisterin hat sich angesagt, die Ogai-Forscherin Frau Dambara aus Osaka, Freunde von der Mie-Uni und ganz besonders freue ich mich auf das Wiedersehen mit dem Abt und Literaturforscher Herr Ibi wie auf das Wiedersehen mit der Familie von Prof. Onishi, die sich 2010 rührend um mich gekümmert und mir die Tuschewerkstatt überhaupt erst gezeigt haben neben Bashô- und Ôgai-Orten (Tsuchiyama, Sasaki-Nobutsuna-Kinenkan) in dieser Gegend.

Heute nun fand in der Ion-Hall in Suzuka das große event statt, organisiert von einem Team starker Frauen und vielen ehrenamtlichen, auch aus Nepal und China. Die Bürgermeisterin, die Präsidentin der IHK und Prof. Ogawa hielten Begrüßungsreden. Herr Kidô Itô von der Suzuka-Tuschemanufaktur sprach in seinem Vortrag sehr interessant und auch lustig über die Entwicklung und Perspektiven der Tuschherstellung in Suzuka, wies auf die Kalligraphien mit Susuka-Tusche hin, die am Rand des großen Saales aufgestellt waren, der mit 260 Besuchern voll besetzt war. Dan habe ich die MOG vorgestellt, das Konzept der Sonderausstellungen und erklärt, wie ich meine Liebe zu den Tuschsteinen von Herrn Itô entdeckt habe.Am Ende bereite Herr Itô für mich Tusche-Tee zu, den anrieb wie Kalligraphietusche und der sehr frisch und sanft schmeckte. Der Schriftsteller und Abt, Herr Ibi sprach über Ogais Aufenthalte in Mie und wie sich dieses Gebiet in den historischen Erzählungen, vor allem „Hôjô katei“ niederschlägt. Frau Kawahara las aus „Maihime“ begleitet von Chellomusik einer einstigen Oberschullehrerin und heutigen Leiterin der Kulturbehörde. Meine Angst, dass es sentimental würde, war unnötig, es war ein sehr stimmiger Vortrag, und Ogais erste Zeile „Die Kohlebunker sind geladen…“ passten irgendwie sehr gut zu dem schwarzen Mann, der aus Kohlestaub u.a. Tusche herstellt. Hinterher gab es noch eine Paneldiskussion. Alles in allem eine sehr schöne Veranstaltung, was die Besucher in ihren Fragebogen bestätigten. Schließlich kennen wir uns alle von meinem Studienaufenthalt in Mie 2010 und die Wiedersehensfreude war groß.
Es sieht so aus, als hätten wir nun japanischerseits die nötige Rückendeckung für das Projekt Ausstellung zur Tuschherstellung in Suzuka in der MOG ab Mai/Juni 2019 bis zum Jahresende. Die heutigen Helfer wollen als Reisegruppe alle zur Eröffnung nach Berlin kommen.
Abgesehen von der Gestaltungsidee bin ich noch auf der Suche nach Einrichtungen die diese Ausstellung anschließend übernehmen würden, damit sich der Aufwand lohnt.

Fotos oben: Tezuka Kazuo, Prof. Mie-Universität


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