Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin / ベルリン森鷗外記念館・ベアーテ・ヴォンデ

Höhn-Vortrag JDG Kitakyushu und Treffen mit Präsident Fukuda

Die Japanisch-Deutsche-Gesellschaft hatte mich, als sie von meiner Teilnahme am Manhole-Summit hörte, zu einem Vortrag am 1. November 2018 über den preußischen Polizeihauptmann Höhn eingeladen (meine aktuelle Sonderausstellung in der MOG), und zwar an einen ganz besonderen Ort, den Nishi-Nihon Kôgyô Kurabu/Westjapanischen Club der Industrie, ein unter Denkmalschutz stehendes Jugendstilgebäude mit einem traumhaften, abends erleuchteten Garten, zu dem man als Normalsterblicher sonst kaum Zugang hat.
Der Architekt des Gebäudes ist Tatsuno Kingo (辰野金吾). Das von 1908 bis 1912 gebaute Gebäude diente als private Residenz als auch als Gästehaus (Geihinkan) des Kaufmanns Matsumoto Kenjirô (松本健次郎). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude von Oberkommandierenden der Aliierten Mächte beschlagnahmt. Diese Maßnahme wurde 1952 aufgehoben. Seitdem wird das Gebäude als Nishi Nihon Kôgyô Kurabu Kaikan genutzt, als Club für geladene Gäste.

Beim Eintreffen im Wagen von Herrn Hosoda wurde mir mulmig. Es war wie in einem James-Bond-Film. Die Kellner u.a. in schwarz-weißer Livree flüsterten in ihre Head-Micros so etwas wie „Der Adler ist gelandet“. Begrüßung wie für einen Staatsgast.
Doch als dann alle Zuhörer eingetroffen waren, wurde es etwas familiärer und gemütlicher. Besonders habe ich mich gefreut, dass Prof. Matsushita und Frau von der JDG Kagoshima extra angereist waren. Selbst Frau Imagawa vom Literaturhaus Kitakyushu war gekommen. Einige Mitglieder der JDG, wie Frau Miyazaki, sind auch in der Ôgai-Gesellschaft aktiv.
Höhepunkt war das erlesene Buffet im Anschluss. Ich staunte nicht schlecht, als ich erfuhr, dass zwei der Mitglieder lange Zeit in Eisenhüttenstadt am EKO weilten, am Ende wurde aber gegen die japanische Investition entschieden.

Da der Präsident der JDG Kitakyushu, Herr Fukuda, zu dem Zeitpunkt dienstlich in Tokio weilte, gab er am 8. November ein Gourmet-Essen für mich, seine Frau und Frau Miyazaki Takako im im Kansansô-bekkan. Er lies die feinsten Speisen auftischen in einem Separee mit Blick auf einen japanischen Herbstgarten, doch musste ich beim Anblick des noch zappelnden, als Sashimi dargebrachten Tintenfischens immer daran denken, was meine große Tochter mir erzählt hat: dass diese Tierchen lebenslange Partnerschaften eingehen, und wenn wir einen Ika essen, dann schwimmt da irgendwo im weiten Ozean irgend ein anderer nun ewig allein umher. Das wollte so gar nicht rutschen. Dabei ging es meinen Gastgebern doch darum, mir den Genuss von absoluter, noch zappelnder Frische zu ermöglichen…

Fotos: Miyazaki Takako 2018


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