Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin / ベルリン森鷗外記念館・ベアーテ・ヴォンデ

Atem – Junge japanische Künstler in der Friedenskirche Frankfurt/Oder

Kuratiert von George Hashiguchi, Beate Weber, Roland Kant und Pfarrer Hanert.

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Fotos: Roland Kant 2005

(Vor der Ausstellung habe ich alle Workshops von Hashiguchi George mit Jugendlichen in den neuen Bundesländern organisiert, in Cottbus, Chemnitz, Stralsund, Schnepfenthal u.a – da aber wichtige Zusagen, wie Kamera-Workshop mit aus Japan gesponserten Kameras und Kopierern, nicht eingehalten wurden, zählt dieses Projekt nicht zu meinen besten Erinnerungen.)

Werke von

Reijiro WADA / Bildhauer
1977 Born in Hiroshima, Japan
2000 BA, Hiroshima City University, Department of Sculputure
2002 MFA, Hiroshima City University, Department of Sculputure
(09.2000 – 02.2001) Learned at Fachhochschule Hannover, Germany
Since 2003 Enrolled in Fine Arts Graduate Course in Tokyo National University of Fine Arts and Music (Doctor Course, Department of Sculpture)

Grant
2005 DAAD scholarship, Residency, Germany
2004 Yu international cultural exchange fund, Residency, Italy

Solo Exhibitions
2001 „WET TYPE“ Kunstraum Zehn (Hannover)

Group Exhibitions

2005 „BERLIN – TOKYO GROUP EXHIBITION“ Joachim Gallery (Berlin)
2004 „Pietrarte“ Land Art a Livigno Alps (Livigno,Italy)
2003 „Green.space 2Å@Licht/Schatten“ Park an der Ilm (Weimar)Å@
2002 „The 5th time Hiroshima City University Completion work Exhibition“
Hiroshima City Museum of Contemporary Art (Hiroshima)
2001 „Three persons exhibition“ FH Hannover (Hannover)
2000 „The 3rd time Hiroshima City University Graduation work Exhibition“
Hiroshima Prefectural Art Museum (Hiroshima)

Public monuments

2004 The Third People’s Hospital of Chongqing (Chongqing ,
China)

Taro FURUKATA / Bildhauer
1975 Geboren in Okayama, Japan
lebt und arbeitet in Berlin
1995-1999 Studium der Bildhauerei an der Hiroshima City University,
FB Bildende Kunst
1999-2001 Master Kurs an der Hiroshima City University,
FB Bildende Kunst
1999? Auslandssemester an der Fachhochschule Hannover,
FB Bildende Kunst

Seit 2004 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee
FB Bildende Kunst bei Prof. Inge Mahn,?
Prof. Karin Sander,?Prof. Berndt Wide

2000 Kameyama power plant art museum, Alte Kameyama Kraftwerk,
Hiroshima, Japan
2004 rewind and fast – foward to winter, GALLERY NATSUKA b.p, Tokyo,
Japan

2000 TEN, FH Hannover, Hannover
2002 brown, LIVE Cafe Jive, Hiroshima, Japan
2005 Die Leere, Kastanienallee 82, Berlin, Deutschland
2005 LOKALE, Projekt um die Friedrichstrasse, Schwerin, Deutschland
2005 Pacific Raw, Baltic Raw Tower, Hamburg, Deutschland

Oboshi JUNICHI / Maler

1974 Hiroshima / Japan
1997-1999 Art College of Hiroshima
2001 Umzug nach Freiburg
2002 Umzug nach Berlin
2002-2005 KuÅNnstlerisches Arbeiten im Kunsthaus Tacheles e.V.

Ausstellungen

06.12.2002 UTOPIA Kunsthaus Tacheles e.V., Berlin
13.02.- 13.03.2003 Beweisaufnahme Neue Galerie, Tacheles Berlin
03.07.- 13.07.2003 Junichi – Oboshi Ausstellung Tacheles EXT, Berlin
11.09.- 15.09.2003 Dach ll Minsk – Berlin Neue Galerie, Tacheles Berlin
12.12.- 18.01.2004 La fenetre dÅLor – PORTRAITS – La Gerafe, Berlin
27.03.- 14.04.2004 Die verbindung Japanische kunst Neue Galerie, Tacheles
Berlin
14.05.- 04.06.2004 Humor Kunst und Interkultureller Kommunikation
eine internationale Kunstausstellung Berliner BACKFABRIK
28.05.- 31.05.2004 Karneval der Kulturen – ALEBRIJE – Berlin
12.06.- 13.06.2004 internationales RestCycling Art Festival Berlin
17.06.- 16.07.2004 KunstKreuz 2004 Berlin-Friedrichshain
13.07 – 31.08.2004 Wandmalerei Eastside Gallery OSTSTLAND, Berlin
15.01 – 28.02.2005 TACHELES WERKSCHAU 2004 Neue Galerie, Tacheles Berlin
13.10 – 15.10.2005 PacificRaw BALTIC RAW TAWER, Hamburg
05.11 – 14.01.2006 Stille im Raum Humboldt-Universität, Berlin

Yuka KANAYAMA / Malerin, Bildhauerin
1980 geboren in Toyama (Japan)
03.2003 Abschluss an der stadtlichen Universitaet Hiroshima, Studiengang
Bildhauerei (Japan)
seit 10.2003 Studium an der Hochschule fuer Bildende Kuenste Dresden

Ausstellungen

2003 abstrakte Finsternis. Abschluss-Ausstellung an der städtischen
Universitaet Hiroshima

2004 Zirkulation Jahresausstellung an der HfbK Dresden

2004 Türen – Cafe Kranich/Dresden

2005 Kette -bau_kultur_eV in der Buchhandlung Weisslack/Dresden

2005 o.T. Zweier-Ausstellung, private Wohnung/Dresden

2005 Beziehung – Jahresausstellung an der HfbK Dresden

2005 Berlin+Tokyo Group Exhibition 1, Joachim Gallery/Berlin

2005 coop 5, WandmalereiÅg, erstes bundesweites Vernetzungsprojekt
Kurzschluss, Stuttgart

2005 Friedenskirche/Frankfurt (Oder)

Rede zur Eröffnung

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist morgen auf den Tag genau einen Monat her, dass George Hashiguchi, Roland Kant und ich uns in der Küche meines 20 km entfernten Bauernhauses erstmalig in dieser Runde getroffen haben, um über mögliche gemeinsame Projekte zu beraten, nachdem George Hashiguchi mich gebeten hatte, Kontakte zu Orten/Partnern in Ostdeutschland herzustellen für seine Workshops, die er in ähnlicher Weise bereits in Japan, Indien und Augsburg durchgeführt hat, als auch für Ausstellungschancen junger japanischer Künstler. Wir waren uns schnell einig. Obwohl wir aus extrem entfernten Ländern stammen, waren die Ansichten, die wir zu unserer Zeit, zu den Visionen und Zielen, der Verantwortung der jüngeren Generation gegenüber hatten, nicht so verschieden. Es war ein Wagnis, vor allem wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit (Interessen der Schule, nahender Winter in der unbeheizten Kirche) aber wir wollten ein Zeichen setzen, als Goethe’sche Tatmenschen so etwas wie einen noch winzigen West-östlichen Diwan bauen, an den mich die fallenden Gingko-Blätter mit ihrer Zwei-in-Eins-Struktur in meinem Garten gerade in diesen Tagen erinnern.
Frankfurt/Oder steht symbolisch für das Tor zum Osten. Doch der Osten hört nicht in Polen, der Ukraine oder Russland auf. Wir hielten es für wichtig, dafür zu sorgen, dass der Blick nicht am Ural haltmacht, sondern wollten in die Osterweiterung auch den Gedanken einfließen zu lassen, dass es hinter dem Ural gen Osten weitergeht und man von beiden Seiten aufeinander zuarbeiten kann für ein gemeinsames Ziel. Es ging also einerseits um eine weitere geistige und kulturelle Öffnung Frankfurt/Oders bis nach Asien und andererseits um eine Grenzerfahrung in jeder Hinsicht. Es ging auch um die Überwindung des Shimaguni konjos, des engen Inseldenkens, das sich Japaner scherzhaft zuschreiben. Tatsächlich ist für Japaner der Gedanke, dass mitten auf dem Festland, gleich hinter einem Fluss ein anderes Land anfängt mit einer anderen Sprache, eine Extremerfahrung sondergleichen mit allen innewohnenden Schwierigkeiten und Möglichkeiten. Sich dem auszusetzen und die Probleme mehr ins öffentliche Bewusstsein auch Japans zu bringen, ist notwendig, lässt sich doch nicht leugnen, dass der Fokus der meisten nach Deutschland reisenden Japaner auf Berlin gerichtet ist, evtl. noch Dresden einschließt, aber da endet das Interesse auch schon. Frankfurt, das ist für 99% der Japaner der Ort, wo die Flugzeuge landen. Dass es noch ein anderes Frankfurt gibt, welches Japan, das sich mit diesem Problem verstärkt konfrontiert sieht, in puncto Zusammenleben verschiedener Nationalitäten einiges an Erfahrung voraus hat, wissen die wenigsten, obwohl der Abstand von einer Stunde Fahrzeit von Berlin nach Frankfurt für einen Tokioter so wäre, wie wenn man aus einem Teil der Innenstadt in den anderen zur Arbeit fährt, eine äußerst kurze Fahrzeit also für japanische Verhältnisse (und doch hier außerhalb des Bewusstseins). Andererseits hat Japan seit Jahrhunderten eine Kultur entwickelt, auf engsten Gebiet bei hoher Bevölkerungsdichte einvernehmlich miteinander auszukommen. Da wurden geistige Haltungen, Werte und Regeln trainiert, von denen wir wiederum lernen, uns zur Reflexion unserer eigenen Umstände anregen lassen können
Seit den 80er Jahren (vorausgegangen war ein Gastspiel des NHK-Kinderchors in Frankfurt/Oder, an das sich so mancher vielleicht noch erinnert) haben das Land Brandenburg und die japanische Präfektur Saitama partnerschaftliche Beziehungen. In letzter Zeit ist es darum sehr still geworden, auch wenn in diesen Tagen gerade wieder japanische Delegationen Kränze am Grab des Arztes Koyenuma Nobutsugu in Wriezen niederlegen in Erinnerung an eine gemeinsame Geschichte, zu der sich noch viele Streiflichter zufügen ließen und die man sich an anderer Stelle unbedingt einmal bewusst machen sollte (z.B. war die berühmte Iwakura-Mission, die die Öffnung und Reformierung Japans vorbereitete tatsächlich bis nach Lebus gekommen? Japaner am Brandenburgischen Staatsorchester etc.).
Nach 15 Jahren Wendewirren ist es m.E. an der Zeit, an diese einstigen guten Kontakte wieder anzuknüpfen, denn Japan scheint mir in Frankfurt/Oder unterrepräsentiert. Aber wie?

Um zu zeigen, dass es geht und allen Seiten wertvolle Erfahrungen gibt, muss man zunächst einmal anfangen, mit nichts als einer tragfähigen Idee. Was vier Menschen, wenn sie denn nur wollen, ehrenamtlich auf die Beine zu stellen imstande sind, zeigt der Workshop von H.G. an der Sportschule Frankfurt/Oder, der parallel läuft und am 7.11. abends seinen Abschluss findet mit einer Präsentation der Schüler der 12. Klasse, und diese ohne jegliche Förderung realisierte Ausstellung junger japanischer Künstler. Zwei Projekte, deren Ausgangspunkt man mit der Widmung Walter Benjamins für die Sammlung “Deutsche Menschen. Eine Folge von Briefen” umschreiben könnte:
“Von Ehre ohne Ruhm
Von Größe ohne Glanz
Von Würde ohne Sold”

An Problemen hat es im Vorfeld nicht gemangelt. Doch war wichtig, die gemeinsame Schnittmenge möglichst breit zu halten. Dabei waren die Künstler für die künstlerischen Inhalte zuständig, Pfarrer Hanert hat mit mediterraner Gastfreundlichkeit seinen Ort zur Verfügung gestellt, der für Verständigung schlechthin steht (Polen, Ökumene, Kontakt zu Zen-Buddhisten in Polen), Roland Kant hat die Idee unter die Leute gebracht und organisiert, Kontakte zur Stadt, zur Presse, den beteiligten Einrichtungen hergestellt und ich habe als Japanologin sozusagen das getan, was ich am besten kann dank jahrzehntelanger Erfahrung auf beiden Seiten: Brücken gebaut, vermittelt.
Zwischenzeitlich haben wir uns manchmal gefragt, was machen wir hier eigentlich, warum tun wir das? Die Antwort war ganz einfach: weil wir es können (ein guter goldener Mittelweg zwischen müssen und wollen), jeder mit seinen Fähigkeiten ist ein Eckpfeiler des gemeinsamen Projekts, das nur auf vier Säulen stehen kann, und wo keine wegbrechen darf, jede für sich aber stabil ist. Erst über die konkrete Arbeit haben wir selbst erfahren, was für ein Potential vorhanden ist, das normalerweise ungenützt vor sich hindämmert, fern der beruflichen Alltags-Dienste, die wir natürlich ebenfalls engagiert verrichten. Aber es ist viel mehr möglich. Und diese Potentiale zusammenzufügen war eine bereichernde Erfahrung für alle.
Potentiale, deren Ursprung weiter zurückliegt. Da es im Brandenburgischen Staatsorchester allein vier japanische Musiker gibt und demnächst auch ein jap. Gastdirigent erwartet wird, spricht man hier angeblich bereits von der “Sushi-Connection”. Die Bekanntschaft der deutschen Initiatoren fußt weitestgehend auf der “Wulkow-Connection”, aus der Zusammenarbeit bei den Dreharbeiten des japanischen Fernsehsenders TBS über das Öko-Dorf Wulkow und weiterführend über die Expos in Hannover und Aichi. Stand damals noch die nachhaltige Entwicklung der natürlichen Ressourcen im Vordergrund, haben wir uns inzwischen unabhängig voneinander, sobald die eigenen Kinder aus dem Gröbsten heraus waren, mit der Nachhaltigkeit der menschlichen Ressourcen befasst, nämlich mit der Frage, wie kann man junge Leute heute unterstützen, damit sie ihr Leben selbstbewusst, selbstbestimmt und tolerant gestalten ?
George Hashiguchi hat 1981 längere Zeit in Kreuzberg gelebt und diese Erfahrungen fotografisch und Essayistisch in seinen 2bändigen “Berlin-Geschichten” festgehalten. Seither ist er jährlich in Berlin, hat “Neue Berlin-Geschichten”, also Band 3 veröffentlicht und gilt nicht nur in Japan als der Berlin-Kenner, er hat vor allem der jungen Generation Japans ein Berlin-Bild vermittelt, dass sie in Scharen nach Berlin reisen oder dort leben lässt. Zur Zeit ist er als Sonderberater für Kulturaustausch der japanischen Regierung/Kultusministerium für 15 Monate in Berlin und hat den dringenden Wunsch, seine Kontakte und Erfahrungen nach Ostdeutschland auszudehnen, ein Wunsch, dem nachgeholfen werden konnte. Hashiguchi, der also über seine unmittelbare künstlerische Arbeit hinaus seit Jahrzehnten eine Art Mentor für junge Leute ist, mit ihnen Workshops durchführt, jungen Fotografen durch die Erstellung eines gemeinsamen Kataloges zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verhilft u.v.a.m. passt mit seinen Absichten geradezu ideal in das in der Schüler- und Gemeindearbeit vorbereitete Feld. Sicherlich gab es auf deutscher Seite noch andere Stationen auf dem langen Weg dahin, wie u.a. die Bemühungen um die Wiedererrichtung der Viadrina – aber die spielt bislang bis auf 1-2 Aspiranten in Bezug auf Japan bisher kaum eine Rolle. Was nicht heißt, dass sich nach dem Japan-Besuch der Präsidentin Frau Gesine Schwan in absehbarer Zeit auch hier neue Perspektiven eröffnen können.
Die Diskrepanz von Vision und Realität konnten wir aus erster Hand kennenlernen. Jeder Frankfurter weiß sehr wohl, welche Visionen es für die Beziehungen zum Nachbarland gerade hier gibt und wie die Wirklichkeit oft anders aussieht. Nicht anders ist es, wenn man sich noch weiteren Kulturen annähert, mit Menschen anderer sozialer Prägung, Mentalität und anderen Denkstrukturen zu tun hat, mit ihnen Gemeinsames umzusetzen sucht. Wir merkten sehr schnell, dass die überall gepriesene Globalisierung mit einer babylonischen (Sprach)verwirrung einhergeht, um dieses biblische Beispiel an diesem Ort einmal anzuführen. Wie schwer es ist durchzusetzen, dass nicht nur die einzelnen Kreise auf japanisch und deutsch intensiv miteinander kommunizieren, sondern vor allem miteinander. Denn nur über Kommunikation und Kennenlernen der Befindlichkeiten der anderen Seite kann die Schnittmenge vergrößert werden.
Noch ein Wort. Ursprünglich hatten wir gehofft, weitaus mehr japanische Künstler hier vorstellen zu können (die Werke von GH werden nächste Woche folgen). Die vier jungen Künstler, auf die sich diese Ausstellung konzentriert, haben alle ihre künstlerische Ausbildung in Hiroshima absolviert. Zufall? Vielleicht, auch wenn es den im buddhistischen Sinne nicht gibt.
Ist es nicht auch ein Zeichen des Friedens, eine Zukunftshoffnung, wenn 60 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima junge Künstler aus dieser Stadt (Studium) hier aus eigenen Stücken eine Ausstellung auf die Beine stellen, ausgerechnet in einer Stadt, in der deren Nähe die härtesten Kämpfe in den Endtagen des II. WK stattgefunden haben, noch dazu in einer Kirche, in der im August, als an die Ausstellung noch nicht zu denken war, die Gedenkfeier für Hiroshima stattgefunden hat? Schon zu DDR-Zeiten ist in Frankfurt/Oder die Friedensglocke, auch zum Gedenken an Hiroshima aufgestellt worden. So gesehen ist diese Ausstellung auch ein Zeichen der Hoffnung, dass man bei den Namen Hiroshima und Frankfurt/Oder künftig nicht automatisch an die leidvolle Vergangenheit denkt, sondern an die Begegnung neuer Generationen junger Deutscher und Japaner über die Kunst, Workshops, den Sport u.v.a.m..
Gerade an einem vom Epizentrum der Berliner Mitte etwas entfernten Ort wie diesem ist es m.E. wichtig für die jungen Künstler den Kontakt mit einem Publikum zu suchen, fernab aller Lehrmeinungen und der medial geprägten modernistischen Stilrichtungen abzuklopfen, ob und wie das, was sie sich denken und kreiert haben, ein Publikum, die Herzen der Menschen erreicht, in einen Austausch zu treten.
Und noch ein Gedanke: Ich gehöre zu der Spezies der Wochenend-Umgebungs-Frankfurter, im Gegensatz zur Spezies der Mitt-Wochen-Viadrinaer, zu denjenigen, die aufgrund ihrer Spezialisierung nur in Berlin arbeiten können und wollen, die aber im Herzen Brandenburger geblieben sind. Ich bin in Guben geboren und habe seit meiner Kindheit eine enge Beziehung zu Frankfurt/Oder, nicht nur, weil mir hier mit 7 Jahren die Mandeln herausgenommen worden sind und meine älteste Tochter wegen der Löcher auf der Autobahn unplanmäßig in Ff/o. das Licht der Welt erblickte. Ich bin nicht die einzige mit einem solchen Doppelleben (abgesehen von dem zwischen Japan und Deutschland), und ich denke, dass auch viele andere Freizeit-Brandenburger bereit sind, sich in die Entwicklung dieser Gegend gerade jetzt 15 Jahre nach den Wendewirren kulturell wieder stärker einzubringen (über die Zweitwohnsitzsteuer hinaus), ein Potential, das in Zukunft weiter genutzt werden sollte. Man sieht ja, dass es geht.
Sicher haben wir alle noch 15 Jahre, bis wir uns in den Ruhestand begeben können, aber Häuser soll man bauen, solange man noch die Kraft dazu hat, ideelle auch.
Wie gesagt, was Sie hier sehen ist lediglich ein spontaner Funke, der Preview eines Projektes bislang ohne staatliche Rückendeckung, das – sollten sich genügend Sponsoren und Unterstützer auf beiden Seiten finden – vielfältige Ereignisse nach sich ziehen kann. Angedacht sind eine weitaus umfassendere Ausstellung junger japanischer Künstler, in der Stadt, die sich der Jungen Kunst nunmal verschrieben hat und über eine angesehene kulturwissenschaftliche Fakultät verfügt, Off-Theater-Aufführungen u.v.a.m. In Japan würde man an dieser Stelle sagen: “Yoroshiku onegaishimasu”, was so viel heißt wie: Dafür bitten wir um gutes Einvernehmen von Ihrer Seite!
Dank an alle…und Bitte an die jap. Künstler bei einem Rundgang selbst etwas zu ihren Werken zu sagen.

Beate Weber


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