Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin / ベルリン森鷗外記念館・ベアーテ・ヴォンデ

Ein preußischer Polizeihauptmann in Japan. Friedrich Wilhelm Höhn. Eine Spurensuche 1885-91

2. August bis 20. Dezember

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Text Museumsjournal Höhn-Ausstellung BW

Der aus dem Oderbuch stammende preußische Polizeihauptmann Wilhelm Höhn (1839-1892) hatte wesentlichen Anteil an der Reform des Polizeisystems in Japan, war von 1885 bis 1891 als Dozent an der Polizeischule in Tokio, als Berater und Inspekteur tätig. Seine Dienstreisen führten ihn von Hokkaido bis nach Amami-Ôshima. Kurz nach seinem frühen Tod im Dezember 1892 initiierten Yamagata Aritomo als Präsident des Geheimen Staatsrates und Kiyoura Keigo als Vize-Justizminister unter Höhns 553 Schülern eine Spendenaktion für einen drei Meter hohen Gedenkstein, der 1894 im Mimeguri-Schrein (in der Nähe des heutigen Sky Tree) eingeweiht wurde.
Höhns Frau Luise und Stieftochter Anna erteilten Polizisten kostenfrei Deutsch-Unterricht und betrieben eine Klöppelschule für arme Mädchen und Frauen.
Die Spurensuche beginnt im Oderbruch und endet mit der Frage nach dem Verbleib von Höhns Asiatica-Sammlung, von der Teile im Ethnologischen Museum PK und an der Universität Marburg ausfindig gemacht werden konnten. Den Grundstock der Ausstellung bildet der Teil-Nachlass mit Fotos und drei Reisetagebüchern, der in der Polizeihistorischen Sammlung Berlin wiederentdeckt wurde, nachdem er über 70 Jahre als „rettungslos verloren“ (Ramming) galt.
In Themenjahr „150 Jahre Meiji-Restauration“ werden Leben und Wirken dieses Berlin-Brandenburgers vorgestellt, der bislang eher in der 2. Reihe der Meiji-Deutschen angesiedelt war.

Am 14. August um 18 Uhr (ab 17 Uhr Einlass) wird es für eine Gruppe der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin e.V. eine Sonderführung geben, zu der auch alle anderen Interessenten herzlich eingeladen sind (zu den üblichen Eintrittspreisen).

Eine weitere Sonderöffnungszeit:
Nach der Langen Nacht der Museen und im Anschluss an den Japanologentag in Berlin empfängt die Mori-Ôgai-Gedenkstätte Besucher außerhalb der regulären Öffnungszeit
am Samstag, den 1. September, von 11 bis 15 Uhr.

Abb.: Material aus dem Höhn-Teilnachlass in der Polizeihistorischen Sammlung Berlin

Impressum
Kuratiert von Beate Wonde

Mit bestem Dank an:
meine Assistentinnen Frau Noriko Fujimura und Frau Miya Nakamura für die Hilfe bei der Recherche und der Kommunikation mit japanischen Einrichtungen sowie an die Praktikantinnen Thora Singer & Anja Hoffmann (FU) nebst Dario Streich bei der Buch- und Archivrecherche

die Grafikerin Frau Yoko Hata für die Kreativität und Geduld bei der Gestaltung der Poster, Postkarten und vor allem der Ausstellungstafeln,

Frau Christine Müller-Stosch vom Kunsthof Lietzen für die mühevolle Transkription der drei Reise-Tagbücher Höhns,

Dr. Jens Dobler, den Leiter der Polizeihistorischen Sammlung Berlin, für die Unterstützung des Projektes, Bildmaterial und den steten Zugang zum Höhn-Nachlass,

Dr. Harald Salomon, den wiss. Leiter der MOG für die Textdurchsicht unter größtem Zeitdruck sowie an alle Japanologen, die sich bisher mit Höhn befasst haben,

Frau Rohde von der Berlin-Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“ e.V. für die vielen Hinweise zum Stammbaum Höhns,

Frau Henriette Lavaulx-Vrécourt vom Ethnologisches Museum Berlin – PK für die schnelle Digitalisierung des Bildmaterials und an ihren Vorgänger, Dr. Siegmar Nahser, für erste Hinweise auf dortige Höhn-Bestände und Archivalien,

Dr. Andy Reymann von der Goethe-Universität Frankfurt für Hinweise zu Höhn-Exponaten und Archivalien in den Nassauischen Altertümern,

Herrn Akito Tanaka und die Kollegen vom Polizeimuseum in Tokio für Material, Führung durch neue und alte Ausstellungen, besonders aber für die digitale Version des Abriebs vom Gedenkstein,

Dr. Ursula Flache und Christian Dunkel von der Staatsbibliothek PK für die Beschaffung des Bigot-Bandes u.a. Materials,

Heike Mildner vom Verlag Drei Wege für die sonnigen Fotos vom Oderbruch,

Herrn Rainer Büter für die ersten Fotos vom Mimeguri-Schrein,

Herrn Frank Merten für die bewährte Ruhe und das Fingerspitzengefühl bei der Hängung,

die Firmen TAKUMI, Reproplan und vierC,

die Stiftung zur Förderung japanisch-deutscher Wissenschafts- und Kulturbeziehungen und an private Spender in Japan für die Finanzierung.

Meldung über die Ausstellung auf der Startseite der HU auf deutsch:
https://www.hu-berlin.de/de/pr/nachrichten/juli-2018/nr_180727_01
und auf englisch: https://www.hu-berlin.de/en/press-portal/nachrichten-en/august-2018/nr_180802_00


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