Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin / ベルリン森鷗外記念館・ベアーテ・ヴォンデ

Tennowechsel Heisei – Reiwa. Ogai und die Ära-Bezeichnungen

Gegen Ende seines Lebens – sicher auch in Zusammenhang mit seinen neuen Ämtern als Direktor der Kaiserlichen Sammlungen und der Kaiserlichen Palastbibliothek – hat sich Ôgai intensiv mit den posthumen Namen japanischer Kaiser (Teishikô, 1921) und den japanischen Jahresdevisen/Ära-Bezeichnungen (Gengôkô, unvollendet) befasst, und zwar von der ersten Ära Taika (645-650) bis Taisho (Große Gerechtigkeit 1912-1925).
In einem Brief an einen Freund äußert er sich zur Ära Taisho, dass das zweite Zeichen sho = tadashii (richtig, korrekt) in China weniger beliebt ist als in Japan, weil das Zeichen sho aus Eins und Stoppen besteht, also assoziiert: schon beim ersten Schritt Anhalten.
Ôgai war der Meinung, dass die Recherche, welche zum Ära-Namen Taisho führte, nicht ausreichend war. Betrachtet man die Diskussionen zur Deutung der Devise Reiwa zur Zeit in Japan, ahnt man, wie Ôgai darüber gedacht haben würde.
Anlässlich des Kaiserwechsels sind Quellen zu Ôgais Beschäftigung mit den Jahresdevisen (nengô) und den kaiserlichen Regierungsdevisen (gengô) zur Zeit in der MOG Tokio in einer besonderen Ecke ausgestellt.


Aus: Bunkyo kuritsu Mori Ôgai Kinenkan NEWS No. 26, S. 2/3

Meine Zeit an der MOG entspricht im Wesentlichen der Heisei-Zeit. Am 2. Juni 1989 haben wir die MOG als ganze Etage eröffnet mit meiner ersten Dauerausstellung (1984 nur Gedenkzimmer). Im selben Jahr begann die Ära Heisei. Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko gaben mir 1993 im Senatsaal die Hand, ein Treffen, das ich wochenlang vorher mit vorbereitet hatte. 2011 durfte ich den jetzigen Kaiser Naruhito durch die MOG führen. In der Juntendô-Universität habe ich einen Vortrag über Satô Susumu gehalten im Beisein des Bruders des nun abgedankten Kaisers Akihito, Hitachi no miya und seiner Gattin. Der Nestor des japanischen Theaters und Gründer des Haiyûza Prof. Koreya Senda (Ehrendoktor der Humboldt-Universität) lud mich oft zu Gagaku-Veransteltungen im Garten des Kaiserpalases ein. Insofern hatten die TV- bzw. YouTube Berichte über die Zeremonien des Kaiserwechsels für mich etwas Vertrautes, Erinnerungsvolles. Auf Japanisch würde man sagen, es war nicht fern und fremd, eher natsukashii.

Für eine vertiefte Auseinandersetzen zur Thematik Tennowechsel und kaiserliche Devisen seien empfohlen:
Reinhard Zöllner: http://kotoba.japankunde.de/?p=6714
Steffi Richter: „Reiwa“. In Japan wechselt mit dem Thron
auch die Zeit. Artikel URL: https://geschichtedergegenwart.ch/reiwa-in-japan-wechselt-mit-dem-thron-auch-diezeit/
Und ein 45-minütiges Gespräch im SWR2-Forum zum Thronwechsel in Japan mit Dr. Volker Stanzel, ehemaliger Botschafter in Tokyo und Japanologe, Dr. Wieland Wagner, langjähriger Korrespondent des SPIEGEL in Japan und Historiker, sowie der Prof. Antoni. Moderiert wurde die Diskussion von Doris Maull.
– https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/diskussion-was-bedeutet-die-abdankung-des-japanischen-kaisers/-/id=660214/did=23941054/nid=660214/1lqxlxb/index.html


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